Zu meinem Blog

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In meinem Blog beschäftige ich mich mit Religion, menschlichem Systemdenken, internalisierter Schuld, Philosophie und wiederkehrenden Mustern in der gesamten Menschheitsgeschichte. Es geht mir nicht darum, eine bestimmte Richtung an den Pranger zu stellen, sondern psychologische Mechanismen in Bilder zu übersetzen. Dazu überspitze ich einige Parabeln, um ein bestimmtes – ja, beklemmendes – Gefühl erlebbar zu machen.

Ziel ist es, über solche Mechanismen nachzudenken, zu reflektieren und vor allem Jugendlichen und Kindern ein Gottesbild zu vermitteln, das primär liebevoll und vergebend ist. Das versuchen sicher die meisten Religionen. Leider wurde Erziehung in der Vergangenheit nicht immer aus einer sensiblen Kinderperspektive betrachtet. Das, was man meint, und das, was bei einem Kind ankommen kann, können extrem divergieren. Die Gewalt liegt also nicht in dem, was man meint, sondern in dem, was ankommt.

In meinen Texten versetze ich mich daher meist in die Perspektive einer kindlich-naiven Logik. Das ist kein Angriff, keine Generalisierung, sondern lediglich ein: „Versetze dich in diese Situation.“ Die Geschichten trage ich aus eigenen Erfahrungen und Emotionen meiner Kindheit zusammen. Nicht, weil es jemand böse meinte, nicht, weil alles genau so stattgefunden hat, sondern weil ich persönlich sehr sensibel war und Dinge rückblickend als schädigend betrachte.

Aus meiner Sicht müssten religiöse Systeme zwingend eines tun: eine klare Entlastungsregel für Kinder und Jugendliche einführen. Etwa:
„Du bist Lernender und nicht voll moralisch verantwortlich für dein Tun. Fehler sind unvermeidlich und gehören zum Lernen dazu – gerade auch im Bereich der sexuellen Entwicklung.“

Kinder kommen unvorbereitet in die Pubertät, ihr präfrontales Kontrollzentrum ist erst mit Mitte 20 vollständig ausgebildet. Eine Internalisierung von Schuld und Scham aufgrund von „unreinen Gedanken“, „mangelnder Selbstkontrolle“ oder „Selbstbefriedigung“ ist maximal toxisch.

Sie kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass Missbrauch nicht als solcher erkannt und fortgesetzt wird, weil ein Kind keine Hilfe sucht. Vielleicht, weil es eine falsche Vorstellung von Missbrauch hat und denkt, es hätte ja selbst mitgemacht. Das sind mögliche Konsequenzen – sicher nicht die Regel. Und doch hat jede religiöse Organisation die Pflicht, alles zu tun, um so etwas zu verhindern.

Wenn keine klaren Entlastungsregeln für Jugendliche aufgestellt werden, unabhängig von ihren Gefühlen und Eigenhandlungen, kann Missbrauch verschleppt werden. Dies ist absehbar und stellt ein potenziell juristisch relevantes Organisationsversagen dar.


Ich schreibe diesen Blog nicht, um dich zu kritisieren, sondern weil ich hoffe, dass wir als Menschen beginnen, auch über das nachzudenken, was unbeabsichtigt verletzt. Ich glaube nicht, dass jemand bewusst Schaden anrichten will. Ich glaube aber, dass Systeme manchmal Dinge vermitteln, die sie selbst nicht bemerken – und dass besonders Kinder dann mit Schuld, Angst oder Scham allein bleiben.

Wenn du dich in nichts davon wiederfindest, ist das völlig in Ordnung. Aber vielleicht kennst du jemanden, der sich so gefühlt hat. Für diese Menschen schreibe ich.

Ich schreibe auch generell gerne über Wissenschaft und einige philosophische Themen. Zum Beispiel frage ich mich: Ist unser wissenschaftliches Weltbild vollständig? Was kann Wissenschaft oder Philosophie leisten, was nicht? Dabei versuche ich einige Theorien kritisch zu prüfen, ohne zu behaupten, ich hätte dafür eine Lösung.

Zwischendurch schreibe ich auch einfach kreativ und wenn dich das interessiert, dann wüsche ich dir viel Spaß beim Lesen.


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